Eine Dienstreise. Arbeiten bringt manchmal auch eine Extraportion Spaß mit sich – ob nun mit dem Hotel oder mit der Nachmittagsrunde, die ich mit Geduld etwas veredeln kann mit Eichelhäher, Zilpzalp, Gimpel und Rotkehlchen.
Der Arzt und Balneologe Dr. Eduard Martiny, geb. am 25. Dez. 1808 in Bürgel nahe Jena, ist der Gründer des Heilbades Salzschlirf. Ein persönliches Schicksal verschlug ihn in unser Nachbarstädtchen Schlitz, wo er die Bekanntschaft des Grafen Friedrich Wilhelm von Schlitz, gen. von Görtz, machte. Der kränkliche Graf hatte das salzhaltige Wasser der Salzschlirfer Quellen, die Jahrhunderte nur zur Salzgewinnung genutzt worden waren, mit Erfolg zum Baden genutzt. Martiny kam nach wissenschaftlicher Analyse des Quellwassers zu der Überzeugung, dass dieses Wasser ein Heilwasser ist. Aus dieser Kenntnis heraus entstand unter Mithilfe des Grafen die Vision, aus dem Dörfchen Salzschlirf ein Heilbad zum Wohl aller Menschen zu machen.
Mit tatkräftiger Hilfe der Salzschlirfer richtete Martiny 1838 die teils eingestürzten Brunnen wieder her, baute ein kleines Badehaus und begann den Kurbetrieb. Es war eine mutige, aber auch weitsichtige Entscheidung, denn Salzschlirf war nicht einmal mit der Postkutsche erreichbar und hatte keinen einzigen Gasthof. Unterstützung durch den Kurhessischen Staat gab es nicht. Das Gegenteil war der Fall, weil Dr. Martiny wegen seiner Herkunft als Ausländer galt. Nach über 20jähriger rein privater Aufbauarbeit war Martiny durch behördliche Widerstände und Intrigen in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten.
Um den Fortbestand seines Lebenswerks zu sichern, verkaufte er 1860 sein Heilbad an den kurhessischen Staat, war aber weiterhin ärztlicher Leiter. 1866 wurde Salzschlirf preußisches Staatsbad, wieder unter der Leitung Martinys. Weil aber der preußische Staat das Bad nicht förderte, gründete Martiny mit Auswärtigen eine Gesellschaft, die das Bad zurückkaufte. Es begann zur Freude Martinys ein Aufschwung, der für ihn aber plötzlich unterbrochen wurde, weil er grundlos und fristlos entlassen wurde. Diesen Schlag konnte Martiny nicht verkraften und erkrankte schwer. Die Salzschlirfer aber ernannten Martiny zu Lebzeiten zu ihrem Ehrenbürger.
1876 verstarb Martiny. Er war protestantischen Glaubens, wurde aber von seinem Freund, dem kath. Pfarrer Schumann am Friedhof neben der kath. Kirche beerdigt mit den Worten: Er gab dem Bad das Leben, das Bad gab ihm den Tod. Quelle
Der Badehof ist ein imposantes Boutique Hotel in Bad Salzschlirf bei Fulda. Eröffnet im Jahr 1906 ist das Hotel ein lebendiges Zeugnis der Bad Salzschlirfer Kurtradition. Im Jahr 2017 wurde der Jugendstilbau komplett neu eingerichtet und renoviert. Heute präsentiert sich das Haus in einem moderneren Gewand und erhält sich doch seinen historischen Charme. Die insgesamt 91 Zimmer des Hotels Badehof sind alle modern gestaltet, und Gäste haben die Wahl zwischen Einzel- und Doppelzimmern oder Suiten. Parkplätze und eine E-Auto Ladestation stehen direkt vor dem Hotel für Sie zur Verfügung. Quelle
Der Eichelhäher gehört zur Familie der Raben und ist unter ihnen mit Abstand der Farbenprächtigste. Ein Glückspilz ist, wer beim Waldspaziergang eine blau schillernde Flügelfeder von ihm findet. Den Ruf des Eichelhähers kann man nicht überhören. Der freche Geselle schnappt sich im Winter gerne die dicksten Brocken aus dem Futterhaus. NABU
Den Zilpzalp hört man im Frühjahr und Sommer fast überall, in Mitteleuropa ist er einer der am weitesten verbreiteten Laubsänger. Er brütet in Wäldern aber auch in naturnahen Gärten und Parks. Seinen Namen verdankt er dem eingängigen und monotonen Gesang, der tatsächlich wie „zilp zalp zilp zalp“ klingt. Sein Äußeres ist eher unscheinbar braunoliv, und mit dem gelben Überaugenstreif sieht er dem Fitis zum verwechseln ähnlich, bei dem dieser allerdings deutlich stärker ausgeprägt ist. NABU
Das Rotkehlchen ist vermutlich Deutschlands beliebtester Singvogel. Wer im eigenen Garten das Beet umgräbt, der hat schnell ein Rotkehlchen an seiner Seite. Es sucht in der aufgeworfenen Erde nach Würmern, Schnecken, Spinnen und Insekten. Mit seiner orangefarbenen Brust ist der zutrauliche Vogel leicht zu erkennen. Der Gesang ist eine Abfolge hoher Töne, die in einer „perlenden“ Strophe enden. NABU
Wenn ein männlicher Gimpel mit seinem strahlend rosaroten Gefieder das Futterhaus anfliegt, kann wohl niemand wegsehen. Außerhalb von Fütterungen ist der große Fink jedoch gar nicht so leicht zu entdecken, da er sich am liebsten in dichten Büschen aufhält. Bei Menschen ist er äußerst beliebt: Schon früh hielten sie den auch „Dompfaff“ genannten Vogel in Käfigen und pfiffen ihm Melodien vor, die er meist ohne Probleme imitieren konnte. NABU















