Dienstlich in der Region unterwegs ergibt sich ein erneuter Abstecher zur Rendsburger Hochbrücke. Die langweilt auch bei einem weiteren Besuch nicht.
Nord-Ostsee-Kanal trifft hier auf Eisenbahn. Eingeweiht wird der Kanal am 21. Juni 1895, er erblickt also im selben Jahr das Licht der Welt wie unser BTSV. Der Eiderkanal ist ein Vorläufer und geht teilweise im N-O-K auf. Eine schnelle Verbindung zwischen Nordsee und Ostsee ist lukrativ, interessant und strategisch bedeutsam, nicht erst im 19. Jhdt. Und technikgeschichtlich sind die Planung und der Bau so eines Kanals schon spannend. Hier ist eine wirklich gute Dokumentation.
Zurück zur Brücke. Dieser Traum von einer Stahlkonstruktion überspannt seit 1913 als Eisenbahnbrücke den Nord-Ostsee-Kanal. Zusätzlich trägt sie eine Schwebefähre für den Fußgänger- und Fahrzeugverkehr.
Es müssen Hochbrücken sein, ansonsten macht ja der Kanal keinen Sinn, da müssen ja auch Schiffe entsprechender Größe durch und Drehbrücken machen keinen Sinn bei der Breite.
Hier kommt er wieder zum Einsatz, der flexible und belastbare Stahl.
Die Brücke braucht Auffahrtrampen, die Züge müssen ja irgendwie auf die Höhe von 42 Metern kommen. Eine zu große Steigung schaffen die Züge nicht, schließlich soll hier keine Zahnradbahn entstehen. Also braucht es Platz, um die Auffahrtrampen zu platzieren. 51 Pfeiler werden es am Ende sein bei knapp acht Kilometern Gesamtlänge, die Brücke selber ist dabei nur 2486 m lang. Geniale Planung.
Auf einer Seite – zwischen Eider und Nord-Ostsee-Kanal – ist es allerdings nicht so üppig mit dem Platz. Daher muss die Rampe hier als Schleife ausgeführt werden, ein weiteres konstruktives Highlight. So entsteht dann auch gleich noch ein neuer Stadtteil, schlicht und zutreffend Schleife heißt er.
Ein faszinierendes Kapitel Technikgeschichte.










