Trotz brütender Hitze fahren wir zu den Rieselfeldern – und wir haben so viel Glück hier draußen:-)
Es wird ein weiterer überaus faszinierender Tag in den Rieselfeldern bzw. am Beobachtungspunkt in den Okerauen. Da lässt sich der spontan eingefangene Sonnenbrand – natürlich sind wir zu lange der gnadenlos brennenden Sonne ausgesetzt, weil es natürlich zu faszinierend, zu interessant ist – auch ertragen.
Und spätestens als der Sumpfrohrsänger uns um den Verstand trällert, ist es eh um uns geschehen, insbesondere weil dieser scheue Geselle sich recht schnell verkriecht wenn er sich bedrängt fühlt.
Der Sumpfrohrsänger bewohnt gern feuchtere Standorte, Gräben und Gewässer mit üppiger Vegetation. Man kann ihn schnell mit dem Teichrohrsänger verwechseln. Auch wenn er so unscheinbar und heimlich zu sein scheint und man ihn erst mal ordentlich suchen muss, sein Gesang erfreut jeden Vogelfreund.
Der Sumpfrohrsänger bevorzugt dichte Vegetation in Gewässernähe mit dichtem Brennesselbewuchs, Mädesüß und Wasserdost. Im dichten Gebüsch versteckt er sich und ist kaum zu entdecken. Am Boden findet man ihn eher selten, er verbringt sein Leben lieber zwischen den Halmen und Gräsern und baut auch seine Nester dort.
Der Sumpfrohrsänger verschwindet am liebsten im dichten Gebüsch und turnt dort auf und ab. Die Nester baut er ebenfalls im Dickicht und zieht dort seine Jungen groß. Neben gewässernahem Brennnesselgebüsch trifft man ihn mitunter auch im naturnahen Garten oder in Hecken an, solang er genug blickdichte Rückzugsmöglichkeiten hat. NABU
Der Plattbauch verbreitet sich sehr schnell, er ist oft die erste Libellenart, die ein neu angelegtes Gewässer besiedelt. Bei zu starkem Pflanzenbewuchs verschwindet er dann wieder.
Der abgeflachte Hinterleib ist beim Plattbauch (Libellula depressa) deutlich breiter als bei allen anderen heimischen Libellen (sechs bis acht Millimeter) und sein typisches Erkennungsmerkmal. Die Männchen haben eine hellblaue Bereifung auf ihrem Hinterkörper, die Weibchen sind gelbbraun. Bei beiden Geschlechtern sind alle vier Flügel an der Basis schwarzbraun gefärbt. Die Flügelspannweite beträgt sieben bis acht Zentimeter.
Der Plattbauch kann eigentlich mit keiner anderen Libelle verwechselt werden. Eine gewisse Ähnlichkeit besteht zum Spitzenfleck und zum Großen Blaupfeil.
Der Plattbauch besiedelt vorwiegend kleinere, vegetationsarme und nährstoffreiche Flachgewässer mit wenig Vegetation. Die Larven vergraben sich im Winter im Schlamm und können auf diese Weise sogar überleben, wenn das Gewässer austrocknet oder gefriert. Er taucht auch an neu angelegten Gartenteichen schnell auf. Wächst das Gewässer dann zu, verschwindet diese Art aber wieder. Sein ursprünglicher Lebensraum waren die immer wieder neu entstehenden Hochwassertümpel natürlicher Flussauen. BUND
Männchen wie Weibchen der Frühen Adonislibelle sind rötlich gefärbt und oft die ersten im Frühjahr zu beobachtenden Libellen.
Diese Libellenart ist in Bayern weit verbreitet und kommt häufig vor. Sie besiedelt eine Vielzahl, bevorzugt kleine Gewässertypen. Vorteilhaft ist außerdem eine gewässernahe Baum-, Strauch- oder Staudenvegetation. Die Frühe Adonislibelle (Pyrrhosoma nymphula) fliegt nur wenig und meist nur kurze Strecken, die Paarung dauert meist nur 15 Minuten. Die Weibchen stechen ihre Eier in Pflanzenstengel und tauchen dabei auch unter Wasser. Es wurde beobachtet, dass sie bis zu 600 Eier ablegen und 40 Minuten unter Wasser bleiben können. Häufig tauchen auch die angekoppelten Männchen mit unter. Sie ist eine der am frühesten fliegenden Kleinlibellen Bayerns. BUND
Sie ist an klaren Flüssen und Bächen anzutreffen und eine wahre Schönheit: Die Blauflügel-Prachtlibelle ist eines der vielen Tiere, die davon profitieren, wenn die Gewässer in Deutschland besser vor Schadstoffen geschützt werden. In ihrer Entwicklung ist sie auf sauberes und sauerstoffreiches Wasser zwingend angewiesen.
Die Männchen sind gut an ihren schimmernden blau-grünen Flügeln zu erkennen. Die Weibchen sind etwas unauffälliger bräunlich-rot gefärbt. Man findet sie an schnell fließenden, kalten Bächen und Flüssen, wo sie Jagd auf andere Insekten machen. An großen Stillgewässern hingegen fehlen sie meistens. Häufig haben Gewässer, an denen die Libellen leben, einen Wald in unmittelbarer Nähe. Auch dort halten sie sich gerne auf. Die Ruheplätze der Tiere sind sonnenbeschienene Teile der Vegetation und gelegentlich weit von ihrem Gewässer entfernt. Dadurch sind sie auch auf Waldlichtungen anzutreffen. VSR Geässerschutz
Die Weidenjungfer (Lestes viridis , syn. Chalcolestes viridis), auch Gemeine Weidenjungfer oder Große Binsenjungfer genannt, ist eine Kleinlibellenart, deren deutscher Name auf den bevorzugten Eiablageort dieser Art zurückgeht. Die Körperlänge beträgt 40 bis 50 Millimeter, die Flügelspannweite 50 bis 60 Millimeter.
Der Körper der Jungtiere ist grünmetallisch. Mit zunehmendem Alter wandelt sich die Färbung zu Kupfer- oder Bronzetönen. Die von dunklen Adern umrandeten Flügelmale sind beim jungen Tier weiß und beim älteren einfarbig hell-ocker bis hellbraun. Ein charakteristisches Merkmal ist ein nach vorn gerichteter Zipfel in der seitlichen Brustzeichnung.
Weidenjungfern kommen an stehenden und langsam fließenden Gewässern vor, in deren unmittelbarer Ufervegetation Weichholzbaumarten, wie Weiden, Erlen, Pappeln oder auch Faulbaum vorhanden sind. Deutschlands Natur
Der kleine Flussregenpfeifer mit dem gelben Augenring ist in allen kargen Sand- und Kiesflächen bei uns zu Hause. Kiesgruben und Steinbrüche findet er ebenfalls prima. Er ist darum auch im Binnenland anzutreffen. Sein Rufen klingt sehr melancholisch, was im Gegensatz zu seinem aktiven und emsigen Hin- und Hergetippel steht.
Entlang der schlammigen Uferzone von Süßgewässern sucht der Regenpfeifer nach seiner Nahrung. Dabei rennt er immer wieder schnell über den Boden, stoppt abrupt und pickt gegebenenfalls etwas auf. Sein Nest baut er in einer Bodenmulde im Kies oder Sand. Feinde verleiten die Elterntiere, indem sie eine Verletzung vortäuschen. NABU
Das Blässhuhn (Fulica atra), früher als „Duckente“ bekannt, findet sich noch in historischen Kochbüchern, spielt heute jedoch als jagdbares Wild kaum noch eine Rolle. Sein Fleisch gilt als tranig und unangenehm im Geruch.
Berüchtigt war das sogenannte Belchenschlachten am Bodensee, das erst 1985 verboten wurde. Im Winter sammeln sich die Vögel auf größeren Gewässern, wo sie in den frühen Morgenstunden von Hunderten Ruderbooten umzingelt wurden. Mit Schrotflinten wurden dabei oft Tausende Wasservögel in kurzer Zeit von deutschen und schweizer Jägern erlegt, insbesondere im Wollmatinger Ried und im Ermatinger Becken. Die Bejagung wurde mit dem Schutz der Fischbestände begründet, obwohl Blässhühner Pflanzenfresser sind.
Das Blässhuhn brütet in Deutschland bevorzugt an Stillgewässern mit flachen Ufern und dichter Ufervegetation, wie Röhricht. Als Kulturfolger nutzt es auch künstliche Gewässer und Parkteiche. Der Bestand wird auf 61.000 bis 105.000 Brutpaare geschätzt. In den Tieflandregionen Norddeutschlands ist die Art weit verbreitet, während sie in Mittelgebirgen und alpinen Regionen aufgrund des begrenzten Lebensraumangebots seltener vorkommt. Im Alpenvorland ist die Verbreitung lückenhaft, und in höheren Regionen, wie den Bayerischen Alpen, werden nur einzelne Vorkommen dokumentiert.
In Deutschland ist das Blässhuhn überwiegend ein Standvogel. Bei zugefrorenen Gewässern ziehen die Vögel jedoch ab.
Ansonsten sind Zugbewegungen hauptsächlich im März und April sowie von September bis November zu beobachten. Der Zugverlauf ist uneinheitlich: Während Blässhühner der westlichen Population in den Niederlanden, Belgien und Westfrankreich überwintern, ziehen ostdeutsche Vögel nach Südfrankreich und Italien. avi-fauna
Der Rotmilan ist ein sehr häufig in Deutschland vorkommender Greifvogel. Mehr als die Hälfte der gesamten Weltpopulation brütet sogar bei uns. Strukturreiche, landwirtschaftlich genutzte Kulturlandschaften sind sein bevorzugtes Habitat, und davon gibt es hier reichlich. Er ist ein akrobatischer Flieger. Man kann über seine spektakulären Verfolgungsjagden und eleganten Balzflüge oft nur staunen. Markant ist auch sein tief gegabelter Schwanz.
Und dann noch zwei drei Bilder:


















