Ein inhaltsleerer Slogan bei der FIFA – Realität beim PSV. Der PSV verbindet die Regionen, die Länder – selbstverständlich, unprätentiös, begeisternd. Das Wochenende vom 26. bis 28. Juni ist außergewöhnlich, außergewöhnlich gelungen, außergewöhnlich nachhaltig. Ich bin immer noch geflasht, immer noch begeistert, immer noch überwältigt von dem, was ich erleben durfte, von dem, was ich als Teamspirit, als Teampower, als Teamoptimismus erleben durfte.
Ich durfte ein Teil des Ganzen sein, was mich dankbar macht, weil es immer wieder schön ist diese Gemeinschaft zu erleben. Weil es schön ist, die Werte zu teilen und zu leben und zu zeigen.
Den Start am Freitag, 26.06. – setzt die Bahn schon mal im Anfang gewaltig in die Hose. Natürlich fällt genau unser Zug aus, das Treffen am Bahnhof wird also zunächst zu einer Suche nach einer Alternative. Findet sich dann auch, nur ist der alternative ICE nach München eben auch komplett überfüllt, es ist nicht der einzige Zug in Norddeutschland, der ausfällt. Mittlerweile ist es wirklich fast egal, wo ein Zug ausfällt, irgendwas ist immer.
Aber es läuft, eigentlich überraschend gut, wohl dem, der Helge als Reiseleiter hat:-). Aber – einzig wichtig ist, dass wir in Garmisch-Partenkirchen ankommen, in die moun10 Jugendherberge einchecken können und weiter zur Sprungschanze, zum Ground können.
Einiges an Arbeit bei brütender Hitze wartet dort und als sog. Edelfans sind wir diesmal mittendrin statt nur dabei. Die Länge des Spielfeldes, die fehlenden Meter für eine Spielfeldlänge mit offiziellen Maßen und das Thema Kunstrasen sind im Vorfeld ein Thema:
Was es nun vor Ort heißt, sehen wir nun im Skistadion. Dank engagierter Helfer im Vorfeld liegt der Kunstrasen, aber er liegt eben noch nicht spielgerecht, da muss noch ausgerichtet, überlegt, nachjustiert werden. Die Absperrung muss vorbereitet werden, kleine und größere Aufgaben warten.
Das Spielfeld ist irgendwann hergerichtet, Rasen und Kunstrasen harmonieren miteinander, das Spielfeld hat die gewünschten Maße.
Zum Thema Kunstrasen und Spielfeld lest das schwer zu empfehlende Exklusiv-Interview mit Helge, hier verlinkt.
Am Ende sind alle froh, den langen und schweißtreibenden Tag mit einem Bier und verschiedenen bayerischen Spezialitäten im Olympiahaus ausklingen zu lassen, was ja einen abschließenden Absacker in der Hostelbar nicht ausschließt.
D.h. aber nicht, dass damit alles bereitet wäre für das Spiel am nächsten Tag, eigentlich geht die Arbeit nun erst richtig los. Okay, das erzähle ich natürlich aus meiner vor-Ort-Perspektive, was alles im Vorfeld gelaufen ist, organisiert, kommuniziert, investiert worden ist, das kann ich bestenfalls erahnen. Auch hier -> Helge-Interview.
Was allerdings sofort vor Ort zu spüren ist: hier sind Profis am Werk, hier haben Profis – das Orga-Kommitee besteht aus zehn (!) Leuten – richtig richtig gute Vorarbeit geleistet. WOW.
Für unsere Reisegruppe (Ulli, Andi, ich) ist es somit extrem leicht, in die Abläufe hineinzukommen, uns einzubringen. Es geht ja nicht darum, dass „immer i-wie was zu tun ist“, was ja Fakt ist, es geht ja darum, was ist zu tun, welchen Ablauf gibt es, wie sind die Aufgaben zu priorisieren.
Geht es um das aufzubauende Zelt für den Merch-Stand, welcher übrigens in Folge komplett überrannt wird, positiv überrannt mit einer nicht abebbenden Schlange.
Geht es um den Parkplatz, der rund ums Stadion natürlich grundsätzlich vorhanden ist, heuer aber dem, also DEM Spiel vorbehalten ist.
Geht es um die anderen Zelte, von denen ja mindestens eines für die Mannschaft am Spielfeldrand unabdingbar ist. Falls ich es noch nicht erwähnt habe: es ist brütend heiß, eigentlich null Schatten, da sind die Zelte und kleinen Pavillons Gold wert.
Geht es um den Eingangsbereich, der nicht nur abzusperren ist, sondern auch gleichzeitig für die Kartenausgqbe vorbereitet werden muss. Und – das ist der Wahnsinn im Vorfeld – wir reden von über 2.500 Vorbestellungen.
2.500 – 2.713 Zuschauer sind es dann insgesamt.
Für einen Lost-Ground. Für ein Stadion, in dem zwar regelmäßig die 4-Schanzen-Tournee zu Gast ist, aber 1974 zuletzt Fußball gespielt worden ist. Ohnehin ist ein regelmäßiger Spielbetrieb für die Anlage nicht belegbar. Genutzt von Hobbykickern oder zuweilen von lokalen Fußballvereinen. Ausführlicher im wieder einmal sehr detailreichen und sehr lesenswerten Programmheft. Im Programmheft auch ein Interview mit Skisprunglegende Michael „Eddie the Eagle“ Edwards, auf ewig mit dem dem Stadion verbunden. Als kleine Überraschung hat er auch noch ein paar Tickets signiert.
Hier koppeln sich die Leidenschaft, sich genau solche Sachen zu erschließen, zu organisieren, herzurichten für ein Fußballspiel, mit der Leidenschaft, dies auch anzunehmen, zu honorieren, zu befeuern. Ich darf den Einlass mit Gänsehaut erleben, ich bin überwältigt, die Jungs auch, lässt sich natürlich keiner so anmerken:-)
Was hier gerade abgeht, ist schwer faszinierend, ist schwer aufregend, ist schwer elektrisierend.
Später bin ich der Parkplatz-Guardian, auf den wollen natürlich alle drauf, aber die meisten wollen zur Partnachklamm oder vlt. auch zum Wetterstein, aber Parken am Stadion ist heut halt nur Besuchern des Spiels vorbehalten. Ist nur den wenigsten klar, die Reaktionen gehen von ungläubig-verständnislos bis ungläubig-fasziniert, es ist alles dabei. Den Einlauf der Mannschaften verpasse ich dann, aber da bin ich nicht der einzige und das ist dann auch kein Drama, vom Spiel krieg ich ja genug mit.
Gegen den FC Mainaustraße geht es, ein 2016 von Flüchtlingen gegründeter Verein, der 2025 mit dem Julius-Hirsch-Preis als herausragendes Beispiel für gelungene Integration durch Fußball ausgezeichnet wurde. Auch hier der Verweis auf das Programmheft.
3:1 gewinnt der FC Mainaustraße. Nebensächlich bei der Dimension, nebensächlich bei den Temperaturen. Nebensächlich auch bei dem überragenden Feedback. Feedback während des Spiels, unmittelbar nach dem Spiel und später über Insta & Co. Nebensächlich auch mit dem Blick auf die Karte mit den 📌.
Überragend zu sehen, zu hören und letztlich i-wie auch zu spüren, dass Fans nicht nur aus allen Regionen Deutschlands angereist sind, sondern auch aus dem benachbarten Ausland. Das zusammenzubringen ist nicht nur Ergebnis bockstarker, akribischer Arbeit, sondern vor allem überragendes Kompliment und Dankeschön an den PSV, allen voran der Orga.
Die Erschöpfung nach dem Spiel bei brütender Hitze ist sichtbar:
Spätestens mit dem Abpfiff ist – neben der sichtbaren Erschöpfung – die Freude über das Erreichte, der Stolz auf das Spiel anzusehen, das Wolters steht zu Recht hoch im Kurs.
Das Stadion leert sich, die Achtgroschenbande hat ihren Auftritt, das Nachspiel hat begonnen. Letztlich ist die Geschichte für den heutigen Tag aber im Wesentlichen erzählt, was nicht heißt, dass es im Nachgang langweilig war, im Gegenteil.
Vor der Rückfahrt warten noch Aufgaben, ein paar Sachen sind noch zurückzubauen, insbesondere der Kunstrasen muss wieder aufgerollt und verladen und wegtransportiert werden. Beim Aufrollen der Ballen bin ich noch dabei, beim Rest halte ich mich dezent zurück, mit Blick auf das Gewicht der Ballen ziehe ich es vor, den Rest den jungen Hüpfern zu überlassen, ich hab eh demnäxt einen Termin mit RV Fit, das will ich nicht überreizen. 27 Ballen á 120 kg sind es, 1,90 Meter breit und x 16 Meter lang.
Die Rückfahrt wird recht entspannt. Zeit, sich dem wieder einmal liebevoll und detailreich gestalteten Programmheft zu widmen, welches zum Nachlesen hier verlinkt ist.
DANKE PSV!!!
Hier sind die gesammelten Presseberichte. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, fehlende Berichte baue ich nachträglich natürlich gern ein:-)






























