BAUHAUS DESSAU – 25./26. Oktober 2024 / 06. September 2025

Bauhaus – ein immer wiederkehrendes faszinierendes Thema, Bauhaus Dessau nicht weniger. Mal nur die Werkstättengebäude, mal mit den Meiterhäusern, mal mit Törten. Und nun mit dem Prellerhaus und dem Bauhaus-Museum in Dessau.

Eine ausführliche Geschichte steht ja schon an dieser Stelle im Zusammenhang mit einem längeren Besuch 2019. Da wurde das Bauhaus Weimar 100 Jahre. Nun ist es ein paar Jahre später und ich bin wieder in Dessau. Wieder am Bauhaus.

Die Restaurierung und Instandsetzung nach den Plänen der 20er Jahre findet zwischen 1996 und 2006 für 17 Millionen € statt. Inzwischen ist das Bauhaus UNESCO Welterbestätte. Dazu zählen auch die Meisterhäuser Dessau.

Markantestes Gebäude ist das Werkstättengebäude mit der markanten Glasvorhangfassade, der Nordflügel der Handwerkerschule und die zweigeschossige Brücke, die beide Flügel miteinander verbindet.

Die funktionale Trennung der einzelnen Gebäude, noch mehr aber die riesige verglaste Wand des Werkstättentraktes, sind das sensationell Neue der Bauhaus-Architektur.

Die Gebäudestützen verschwinden hinter der Glasfassade, sie sind komplett von ihr zurückgesetzt. Die durch keine Unterbrechung gestörte, aus einem Guss wirkende, harmonisch-flächige und transparent-leichte Glasfassade reicht über alle drei Geschosse und die gesamte Gebäudelänge. Diese neue Ästhetik kommt ohne Ornamente, ohne Verzierungen aus.

Gleichzeitig wirkt die Fassade offen und lässt eine neue Beziehung zwischen außen und innen entstehen, einen Eindruck von Freiheit und Übersichtlichkeit.

25./26. Oktober 2024

Und dann ist ja da auch noch das Prellerhaus, was ich immer nicht so im Fokus hatte, ist ja auch ein wenig hinter dem Werkstattgebäude gelegen.

Interessanterweise ist der sog. Atelierbau in den ursprünglichen Bauhaus-Entwürfen nicht vorsehen, er wird später, 1925/26 hinzugefügt. Die Entscheidung geht auf das Bauhaus Weimar zurück: die Ateliers im dortigen Prellerhaus durften nach dem Ersten Weltkrieg, als Wohnraum knapp war, auch zum Übernachten genutzt werden. Dieses erfolgreiche Konzept soll nun in Dessau ebenfalls angewandt werden.

28 Apartments entstehen, Apartments für Studenten und Jungmeister des Bauhaus. Neben der Idee wird der Name gleich mit übernommen: Prellerhaus heißt es in Weimer nach dem Erbauer, dem Maler Louis Preller.

20 Reichsmark bezahlen die Studenten pro Monat, Reinigung und Gas ist inklusive, der Gegenwert sind 20 qm Wohn- und Arbeitsfläche und ausladende Fenster, eine Waschgelegenheit. Und möbliert ist es obendrein. Heute wären das ca. 140 €. Sagt die KI.

Duschen und Bäder gab es im Sockelgeschoss, später, in Zeiten der DDR, wurde auf jeder Etage ein Zimmer zu einem Duschraum umgebaut.

2006 erfolgt eine Generalsanierung, seitdem kann man im Prellerhaus übernachten. Übernachten wie die Bauhaus-Architekten, ich liebe die Vorstellung und am 25. Oktober 2024 ergibt sich endlich die Gelegenheit.

Ich laufe los um das Bauhaus, mache meine Fotos, freue mich über dieses andere, dieses besondere Bauhaus-Gefühl bei einem Bier im kleinen Bauhaus-Bistro und starte in den neuen Tag genauso glücklich, denn es ist bestes Wetter, Bauhaus-Foto-Sonnenschein sozusagen.

Also anschließend auf zu einer Rundreise durch das Bauhaus-Dessau.

Meisterhäuser

Von Walter Gropius entworfen, erbaut sind die Meisterhäuser dann 1925/26. Während im Preller- oder Atelierhaus die Studenten wohnen, wohnen und arbeiten hier die Bauhaus-Meister, u.a. Kandinsky, Klee, Feininger uvam.

Kornhaus

1929/30 wird das Kornhaus errichtet, ein Ausflugslokal an der Elbe, entworfen von Carl Fieger.

Arbeitsamt

Und wieder Walter Gropius. Der Entwurf ist von ihm, bestes Beispiel für den Bauhaus-Funktionalismus, die Ausführung 1928/29.

Siedlung Dessau-Törten

1926 – 1928 entsteht die Siedlung. Die Pläne gehen auf Walter Gropius zurück. Ziel ist die Schaffung von kostengünstigem Wohnraum durch rationelle Fertigbauweise. Die Laubenganghäuser entstehen später, 1929/30, hier ist Hannes Meyer federführend.

09. September 2025

En Jahr später, kurz vor dem 100sten Geburtstag des Bauhauses fahre ich mit Bine nach Dessau. Nun kommt auch endlich das schwer informative Bauhaus-Museum dran, das hab ich bisher immer nicht geschafft oder manchmal vlt. auch gar nicht im Fokus gehabt. Ganz starkes Ding.

Danach – natürlich, kein Besuch in Dessau geht ohne – die Bauhaus-Hochschule. Später noch die Meisterhäuser mit Ausstellung und den begehbaren Häusern. Immer immer wieder faszinierend, spannend und es gibt auch immer wieder neue Aspekte. Ich war länger nicht in den Meisterhäusern, Bine ist heute das erste Mal hier. Rational durchdachte funktionale Architektur, rational durchdachte funktionale Raumaufteilung, rational durchdachte funktionale Raumgestaltung. Absolut faszinierend. Und wir wissen schon jetzt, auch heute wird nicht das letzte Mal gewesen sein.

Und paar Detailbilder dürfen nicht fehlen:

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