Kranbau Eberswalde – 19. November 2025

Motor Eberswalde – Kranbau Eberswalde

Ardelt Kranbau GmbH, kurz Ardelt ist ein Maschinenbauunternehmen in Eberswalde, Brandenburg. Das Unternehmen ist Weltmarktführer für Doppellenkerkrane (auch Portalwippdrehkrane genannt). Diese Krane verändern bei Auslagewechsel die Hakenhöhe nicht.

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Volkseigener Betrieb 1945 bis 1990

Nach 1945 musste die Familie Ardelt die Werke in Eberswalde, Breslau, Rothau und Kragau aufgeben. Die Familie flüchtete nach Niedersachsen und gründete dort Werke in Wilhelmshaven und Osnabrück. Diese gelangten 1953 zur Friedrich Krupp AG und firmierten nun unter der Bezeichnung Krupp-Ardelt GmbH. Das Unternehmen änderte die Bezeichnung in Krupp-Kranbau, als 1964 nach dem Tode von Rudolf Ardelt auch die Anteile der Familie an Krupp übergingen.

Die Ardelt-Werke in Eberswalde wurden nach 1945 enteignet und in Volkseigentum überführt. Die Anlagen wurden als Reparationsleistung demontiert und in die Sowjetunion transportiert. Mit der Umbenennung in VEB Kranbau Eberswalde am 20. März 1948 begann der Wiederaufbau des Betriebes.

Am 1. August 1950 wurde der Kranbau Trägerbetrieb für die BSG Stahl Eberswalde (früher Fußballclub Preußen 09). Am 1. April 1952 erfolgte die Umbenennung in BSG Motor Eberswalde. Als der Kranbau 1990 seine Unterstützung für den Verein einstellte, wurde aus der Betriebssportgemeinschaft (BSG) wieder ein Sportverein, der sich SV Motor Eberswalde nannte. Heimspielstätte war seit 1951 das Westendstadion, da das alte Vereinsgelände (Preußen-Platz) im Krieg zerstört worden war.

In die ehemalige Gartenanlage gegenüber dem Hauptgebäude zog 1945 die Rote Armee und überwachte von dort die Demontage der Anlagen des Betriebes. Nach dem Abzug der Sowjetarmee übergab der Kranbau der BSG 1950 das Gelände. 1951 war das Stadion mit Laufbahn und Zuschauerrängen fertiggestellt. Anfang der 1960er Jahre entstanden auf dem Gelände ein Sozialgebäude, eine Kegelbahn, ein Nebenplatz für die Fußballspieler sowie für weitere Sportarten Volleyballfelder und Wurfanlagen.

Während der Zeit der DDR war das Unternehmen als Volkseigener Betrieb (VEB) im Kombinat TAKRAF organisiert. Die 3.000 Mitarbeiter beschäftigten sich hauptsächlich mit der Entwicklung, Konstruktion und Herstellung von Hafenausrüstungen. Hafenkrane aus Eberswalde waren qualitativ hochwertig und zudem verhältnismäßig preisgünstig, weshalb sie in vielen Häfen der Erde zu finden sind, wie in Heraklion auf Kreta, im brasilianischen Rio de Janeiro, in Sankt Petersburg oder auch im Hamburger Hafen.

Für die DDR war der Kranbau in Eberswalde ein erfolgreicher Devisenbringer. Der Kranbau konnte aber aus seinen eigenen Gewinnen kaum einen Nutzen ziehen und reinvestieren. Dadurch waren die Maschinen und Anlagen gegen Ende der DDR veraltet und nicht mehr wirtschaftlich genug, um dem Unternehmen einen erfolgreichen Start in die Nachwendezeit zu ermöglichen.

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Ab 2010

Im Jahr 2010 erfolgte die Umfirmierung in Kirow Ardelt GmbH. Im Jahr 2015 erfolgte die Ausgründung in die Kocks Ardelt Kranbau GmbH, die Marken Ardelt und Kocks wurden zusammengeführt. Die Kocks Ardelt Kranbau GmbH musste trotz hohen Auftragsbestand in Höhe von 148 Mio. EUR. im April 2022 Insolvenz anmelden. Der Auftragsbestand wurde in den Jahren 2022–2023 zu 70 % fertiggestellt, 30 % wurden mit Nichterfüllung storniert. Parallel erfolgte ein Investorenprozess, der Kocks-Teil wurden abgespalten und an die finnische KoneCrane veräußert. Der Ardelt-Teil wurde am 1. August 2023 mit neuer Gesellschafterstruktur als Ardelt Kranbau GmbH ausgegründet. Das Produktportfolio umfasst alle Drehkrane (Tukan, Kranich, Kondor, Sokol) und den Brückenkran Feeder Server.

Quelle

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