Weitere Burgen / Hessen und Sachsen-Anhalt: Wernigerode, Berlepsch, Greifenstein – Juli : 2020

Burgen faszinieren – immer und immer wieder. Das ist ja nicht erst seit der Burgentour so. Es gibt je so einige, die ich bisher entdecken durfte. Vielleicht fasse ich die einfach mal zusammen, was aber noch dauern wird. Solange ergänze ich einfach um jeweilige Kapitel – immer, wenn mir mal wieder eine schicke Burg über den Weg läuft:-)

Schloss Wernigerode – Sachsen-Anhalt

Anfang des 12. Jahrhunderts erwirbt Graf Adalbert von Haimar aus Hildesheim in der Ecke Wernigerode einiges an Grundbesitz. Flugs lässt er auf einem Vorsprung des Agnesberges eine Burg errichten und nennt sich daraufhin Graf von Wernigerode. Soviel zu den mittelalterlichen Anfängen. Erstmalig urkundlich erwähnt im Jahre 1213.

Ab 1671 Umbau des Schlosses zu einem Barockschloss. Dem bedeutendsten Burgherren, Graf Otto zu Stolberg Wernigerode, genügt dies allerdings nicht. Er lässt das Schloss 1858 – 1883 umbauen zu einem repräsentativen Schloss in historistischem Stil. Kein Geringerer als der Baumeister des Wiener Rathauses darf diesen Umbau vorantreiben. Stolberg war bis 1881 Stellvertreter von Reichskanzler Bismarck, das Schloss selbst seit 1429 im Besitz der Familie zu Stolberg Wernigerode.

Seit 1930 wird das Schloss als Museum genutzt.

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Schloss Berlepsch – Hessen

Die Familie Berlepsch lässt sich zwischen 1368 und 1369 an der Stelle des heutigen Schlosses Berlepsch das nuwe Hus Berleybischhin erbauen. 1400 wird die Burg von hessischen Truppen zerstört, aber umgehend wieder aufgebaut. 1593 wird der Treppenturm mit Renaissanceportal errichtet.

Im Dreißigjährigen Krieg plündern und brandschatzen Tillys Söldner das Schloss. Das ist 1623. 1625 fallen Wallensteins Truppen über das Schloss her, 1631 wird das Schloss noch einmal von Tillys Truppen verwüstet. Dazu suchen weitere Truppen (die von Johann von Aldringen sowie Otto Heinrich Fugger) das Gebiet heim. Dörfer werden geplündert und das Schloss verwüstet.

Weitere Kämpfe folgen, die Ländereien können nicht bestellt werden, Gebäude und Höfe sind zerstört, die Schulden- und Kriegslasten der Familie wachsen ins Unermessliche.

Irgendwie geht aber auch die Zeit vorüber, so dass 1881 bis 1894 – das Schloss ist immer noch im Besitz der Familie – das Schloss die heutige Gestalt erhält.

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Burg Greifenstein – Hessen

Greifenstein ist die höchstgelegene Burg des Lahn-Dill-Kreises mit satten 441 Metern über NN. Erstmals wird die Burg 1160 erwähnt. Im 13. Jhdt. wird sie ausgebaut. Die Herren von Beilstein wollen die Hohe Straße, einen wichtigen Handelsweg zwischen Frankfurt und Köln, stärker schützen.

1298 Zerstörung, danach wechselnde Besitzverhältnisse. Es geht gnadenlos hin und her, alles nachzulesen bei wiki, führt hier zu weit und nervt auch in dieser Ausführlichkeit. In den weiteren Jahrhunderten verfällt die Burg, 1676 aber baut sie von Graf Wilhelm Moritz von Solms-Greifenstein zu einem barocken Schloss aus. Kurze Zeit später (1693) übersiedelt der Grafen nach Braunfels, die Anlage verfällt wieder.

1969 wird die Burgruine dem neu gegründeten Greifenstein-Verein geschenkt, seitdem kümmert der sich um die Anlage. Gerade der Weg um die Burg ist ein netter kleiner Wanderweg. Seit 1984 ist im Bollwerk (Geschützturm) das Glockenmuseum Glockenwelt Burg Greifenstein mit fast 100 Glocken.

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