WEIßRUSSLAND – Juni : 2019

Nur vier Tage nach Sankt Petersburg gehen die Osteuropatage weiter. Es geht mit Basti, Henning und Lanki nach Minsk – Länderspielzeit. Jetzt war ich zwar gerade im Oktober da, aber die Auslosung wollte es so und die Gruppe macht schon vorab Freude.

Basti versorgt uns im Vorfeld mit Informationen vom Hans Meiser Team, die Vorfreude steigt. Eine Tour übers Land und ein Bus zum Spiel in Borisov sind in Planung.

Zunächst aber zu viert nach Berlin, in der Almhütte bzw. im Irish Pub werden die ersten bekannten Gesichter getroffen, die Vorfreude steigt weiter. In Minsk geht es recht fix zum Hotel, wenn man die Fahrt denn recht fix nennen kann, aber der Flughafen ist nun mal knapp 50 km vor den Toren der Stadt und damit ne Stunde.

Wir treffen Lars und Elka, suchen ein Restaurant auf der Hauptstraße und werden unweit des Kastrychnitskaya Platzes fündig. Soljanka, Draniki, paar Biere und eine lustige, aber im Einzelnen doch recht abgefahrene Likörsammlung bestellen wir. Während Sanddornlikör noch geht und Zimt zumindest mich nicht komplett aus der Bahn wirft ist Meerrettich schon der Endgegner. Alter Schwede…

Für den nächsten Tag haben wir uns bei einem Tagesausflug beim Hans Meiser Team eingebucht. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank für die Orga, vor allem an Danilo.

Es geht als erstes zum Schlösschen Mir, nettes kleines Schlösschen knapp 100 km von Minsk entfernt – Grundlagen sind aus dem 16. Jhdt., natürlich wurden im Laufe der Jahrhunderte Erweiterungen und Umbauten vorgenommen und so sind Elemente der Gotik, Renaissance und des Barock hier, allerdings auch unübersehbare Spuren der Rekonstruktion der 80er Jahre. Macht Spaß – zumal das Wetter mitspielt.

Anschließend weiter zum Schloss-Museum Njaswisch. Auch das ist aus dem 16. Jhdt., auch das ist hübsch anzusehen. Wir schaffen es gerade noch so in das Schloss, bevor ein Monstergewitter startet. Als die Führung vorbei ist, ist auch das Gewitter vorbei – die Luft indes ist genauso schwül wie zuvor.

Die Rückfahrt geht vorbei an paar typischen Häuschen. Eine gelungene Tour – auch die Gruppe passt bestens.

Abends kommen wir auf dem weg zum Hotel vorbei am Regierungspalast, der liegt auf dem Weg zu unserem Hotel. Am nächsten Morgen zum Start unseres Rundganges durch die Stadt dann nochmal in entgegengesetzter Richtung. Gerade der Platz davor ist schon ziemlich abgefahren mit Einkaufsmeile und Metrostation darunter – eine Unterkellerung bis zur nächsten Straßenzeile.

Die hübschen Wandmosaike unten finden sich bei der zentralen Metrostation. Es lebe der sozialistische Realismus:-)

Weiter zum Kastrychnitskaya Platz mit dem Palast der Republik und dem Kulturpalast. Es folgen die Oberstadt mit einem russischen Fest, an dem uns auch Lukaschenko über den Weg läuft. Offensichtlich wollte er es sich nicht nehmen lassen, das Fest mit seinem persönlichen Besuch zu adeln, schließlich sind die Beziehungen zwischen Weißrussland und Russland recht eng, es gibt die Russisch-Weißrussische Union.

Entlang des Flüsschens Swislatsch, des Siegesprospekts und des Sportpalastes weiter zum „Museum der Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges“ und dem Siegespark. Später weiter über die Oper bis zum Siegesmonument. Gerade die letzten Meter bei brutaler Sonne machen zumindest mir ziemlich zu schaffen, aber zumindest haben wir seit dem russischen Fest eine lustige Kopfbedeckung, da sind die Auswirkungen nicht ganz so schlimm.

Ich bleibe dabei, es gibt sicher auch hübschere Städte als Minsk, aber kalt, leblos und abstoßend ist die Stadt gleich gar nicht, freundliche Menschen inklusive. Es gibt ja Artikel, die legen das Gegenteil nahe. Aber es scheint ja einfacher, Klischees zu bedienen, als mal hinzuschauen. Dass das aber als seriöser Journalismus verkauft werden soll, ist eine Frechheit.

Mit einem 50er-Bus geht es dann am Abend nach Borisov, das Länderspiel steht an. Die Bierversorgung ist ein bissel problematisch, aber es geht letztlich. Die Baryssau-Arena ist vor den Toren Borisovs mitten in den Wald gebaut, großartige Infrastruktur gibt es hier nicht. 13.126 Zuschauer passen rein, der FK BATE Baryssau spielt hier normalerweise.

Am 08.06. gewinnt Deutschland in der EM-Quali gegen Weißrussland mit 2:0 (1:0) vor offiziell 12.510 Zuschauern.

Gruß an Basti, Henning, Lanki; Lars und Elka und an das Hans Meiser Team, vor allem an Cheforganisator Danilo. Hat wieder mal Spaß gemacht. Bin schon heiß auf die nächste Tour:-)

Ein sehr lesenswerter Bericht ist hier.

2 commenti su “WEIßRUSSLAND – Juni : 2019

  1. Daniel sagt:

    Wow, wirklich ein sehr lesenswerter Bericht! Danke für’s Verfassen 🙂

    Ich muss zugeben, mit Weißrussland konnte ich noch nichts anfangen.. Aber da werde ich sicher nicht alleine sein. Die Bilder die du da hochgeladen hast sehen ja wirklich traumhaft aus.

    Ich glaube, ich muss unbedingt auch mal in Weißrussland vorbei schauen. Darf ich fragen, ob das dort billiger oder eher teurer ist als bei uns?

    Bin aufgrund meines jungen Studentenalters eher an Kurztrips mit hoher Preis/Leistung interessiert, hehe.

    Liebe Grüße
    Daniel

    • Holger sagt:

      Hi Daniel,

      Weißrussland ist sicherlich noch ziemlich „unentdeckt“. Die Möglichkeit, visafrei einzureisen – zumindest über den Internationalen Flughafen – gibt es ja auch noch nicht so lange, davor war das Land ja schon etwas abgeschottet.

      Es ist auf jeden Fall preiswerter als hier in Deutschland, sowohl Unterkunft als auch Essen und Bier. Also wir haben sehr viel Spaß gehabt und trotzdem nicht übermäßig viel bezahlt:-).

      Viele Grüße

      Holger

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